Kennen sie Borbecker Dampfbier ?
In Borbeck ein Heiligtum, gebraut in der "Dampfe" Dampfbierbrauerei Essen-Borbeck.






 

1896 gegründet, erfolgte der erste Ausstoß. Damals hatte die "Dampfe" den Gründungsnamen "Schloßbrauerei J.Engert und Kompanie". Gebraut wurde getreu dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516, das zu der damaligen Zeit landesweit verordnet wurde. Johann Engert war der erste Brauereidirektor. 1902 wurde Carl Marx sein Nachfolger, 1912 Ludwig Müller.

Hier eine Liste der Brauereidirektoren der Kronenbrauerei:

1896 Johann Engert
1902 Carl Marx
1912 Ludwig Müller
1940 August Klaar
1963 Hesping, Paßmann, Höngesberg
1974 Edmund Webel

1903 bis 1908 kam der Name Borbeck ins Spiel, fortan nannte sich die Brauerei "Borbecker Brauerei GmbH",
danach im gleichen Jahr 1908 wurde sie umgewandelt in eine Aktiengesellschaft (AG) und fand sich unter einem weiteren neuen Namen wieder, der "Rheinisch Westfälische Brauerei AG". 1913 erneut umbenannt in "Essener Bürgerbräu AG Essen-Borbeck".

Im Jahre 1928 fusionierte die "Essener Bürgerbrauerei AG Essen-Borbeck" mit der Altendorfer "Kronenbrauerei H.Elshorst" und erhielt wieder einen neuen Namen, "Kronen-Brauerei AG Essen". Der Name Borbeck verschwand wieder.

4 Jahre später übernahm im Jahre 1932 die Essener Actien Brauerei, die später als Sternbrauerei bekannt wurde, zu 50%. Die anderen 50% Aktienanteile hielt die Stauderbrauerei, gegründet von Theodor Stauder, Bierbraugeselle aus Bayern abstammend, erfolgreich fortgeführt von seinem Sohn Jacob Stauder.

Bis zum Jahre 1980, hielten diese Verhältnisse der Kapitalbildung. Gleichzeitig war es das Jahr der offiziellen Stilllegung der Kronenbrauerei. Stauder übernahm im gleichen Jahr die Anteile der Sternbrauerei, die damals aufgekauft wurde von der britischen Brauerei Whatney-Man. Ein interessanter Bericht schildert der Spiegel am 21.Mai 1973
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Wie entstand nun die "Borbecker Dampfe" ?

Aufgrund des vermutbaren Ende der Kronenbrauerei 1980 überlegten sich die damaligen Stadtverantwortlichen und auch die Vorstände der Stauder GmbH & Co. KG, was nun aus der Grundstücksfläche werden sollte. Ideen wie Wohnungsblöcke, Hotels mit einer Tennisanlage kamen auf den Tisch.

Stauder dagegen hatte eine revolutionäre Idee. Die Sternbrauerei sollte umgewandelt werden in eine Brauereigaststätte. Edmund Webel, also der letzte Brauereidirektoren, hatte den Auftrag, diese Idee umzusetzen.

Einziger Nachteil war allerdings, weil man Raum für die Gäste brauchte, das die Flaschenabfüllung, Lagerung und deren Vertrieb nach Altenessen zur Stauder verlegt wurden. Die Brauerei ist somit mit den Gästeräumen zusammengelegt und untergebracht, ein gastronomisches Erlebnis. Das insgesamt aus dicken Ziegelmauern und später unter Denkmalpflege bestehende Gebäude wurde saniert und gewann im Jahre 1985 einen Fassadenwettbewerb des Kommunalverbandes Ruhrgebiet.

Historisches Ereignis erfolgte im Frühjahr 1984, die DAMPFE wurde eröffnet und feiert somit 2014 ihr 30jähriges Bestehen.

Biersortenübersicht:

Borbecker helles Dampfbier  ( 11,3 / 4,7 % )
Borbecker Salonbier  ( Stammwürzgehalt  11,3 / Alkoholgehalt  4,7 % )
Borbecker Zwickelbier  ( 11,3 / 4,7 % )
Winterbier/Fastenbier    ( 16,5 / 6,8 % )

1990 übernahm die Dampfe die Herstellung der historischen Stern-Biere, da die Braustätte am heutigen Sitz des RWE-Turms ( 1992 in Besitz Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk ) geschlossen und abgerissen wurde.

Seit 1995 gilt der Spruch: "Sonntags inne Dampfe".